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Ratgeber für Maker · 2026

3D-Druck-Preis kalkulieren: was du für einen Auftrag verlangst

Wie berechnet man den Preis eines Auftrags?

Der Preis eines Auftrags setzt sich aus fünf Posten zusammen: Material, Maschinenzeit, Verbrauchsmaterial, Arbeitszeit und ein Puffer für Fehldrucke. Auf diese Kosten kommt der Aufschlag, von ×1,5, wenn du als Hobby druckst, bis ×4, wenn du Profi bist; üblich ist ×2,5. Fast alle verrechnen sich bei der Arbeitszeit: Bei einer 28-mm-Miniatur aus Resin macht sie 80 % der Kosten aus, das Material nur 1 %. Deshalb wird ein Auftrag nach Arbeit berechnet, nicht nach Gramm.

Die Formel in einer Zeile

Preis = (Material + Maschine + Verbrauchsmaterial + Arbeitszeit + Fehldruck-Puffer) × Aufschlag

Entscheidend ist, wie viel jeder Posten wiegt. So verteilen sich die echten Kosten einer 28-mm-Miniatur aus Resin:

PostenAnteil an den Kosten
Arbeitszeit80 %
Verbrauchsmaterial9 %
Fehldruck-Puffer9 %
Material1 %
Maschine und Strom1 %

Schau dir die letzten beiden an: Material und Strom zusammen machen 2 % aus. Wenn dein Angebot von den Gramm Resin ausgeht, kalkulierst du 1 % des Problems.

Die fünf Posten im Einzelnen

1. Material

Resin für etwa 17 €/kg, Filament für etwa 13 €/kg. Bei Resin kommen 25 % für die Stützen dazu: Die werden auch gedruckt und auch bezahlt.

Bei einem kleinen Teil sind das Cent-Beträge. Es ist der Posten, auf den alle schauen, und der, der am wenigsten wiegt.

2. Maschinenzeit

Strom für etwa 0,20 €/kWh, dazu der Verschleiß des Druckers: das LCD-Display beim Resin, Düse und Riemen beim FDM.

Hier liegt der technische Unterschied, den die meisten nicht kennen: Beim Resin bestimmt die Höhe des Teils die Druckzeit, nicht die Zahl der Teile auf der Druckplatte. Eine volle Platte Miniaturen braucht so lange wie eine einzelne Miniatur gleicher Höhe. Beim FDM ist es umgekehrt: Jedes Teil bringt seine eigene Zeit mit.

Die direkte Folge: Beim Resin kostet eine volle Platte praktisch nichts extra. Beim FDM schon.

3. Verbrauchsmaterial pro Auftrag

Beim Resin: Isopropanol, FEP-Folie, Handschuhe und Filter. Beim FDM: Haftmittel oder Haarspray fürs Druckbett und Reinigung.

Das verbraucht sich pro Auftrag, nicht pro Teil. Eine Miniatur braucht fast so viel Isopropanol wie zehn.

4. Arbeitszeit

Der große Posten, und der, den fast niemand richtig berechnet. Rechne mit etwa 15 € pro Stunde und miss die echte Zeit:

  • Resin: etwa 30 Minuten pro Auftrag für Datei vorbereiten, Waschen, Aushärten und Stützen entfernen.
  • FDM: etwa 15 Minuten pro Auftrag.
  • Dazu ein paar Minuten für jedes weitere Teil im selben Auftrag.

Eine halbe Stunde zu 15 € pro Stunde sind 7,50 € Arbeitszeit bei einem Auftrag, für den du vielleicht 5 € verlangen wolltest.

5. Fehldruck-Puffer

Nicht jeder Druck klappt beim ersten Mal. Üblich sind 10 % Puffer beim Resin und 5 % beim FDM. Wer das nicht einplant, druckt die Wiederholungen umsonst, und das oft genug, um es im Geldbeutel zu merken.

Der Aufschlag: von ×1,5 bis ×4

Auf die Gesamtkosten kommt ein Multiplikator:

ProfilAufschlagWann er passt
Hobby×1,5Du druckst aus Spaß und willst Material und etwas mehr decken
Regelmäßig×2,5Es ist ein Nebenverdienst, und deine Zeit zählt
Profi×4Du lebst davon, mit Gewährleistung, Rechnungen und festen Lieferzeiten

×2,5 ist der Normalfall. Unter ×1,5 bezahlst du deine Zeit nicht: Du subventionierst den Auftrag.

Was in der Praxis herauskommt

Das sind die Preise, die im Netzwerk wirklich gezahlt werden. Ohne MwSt. und Versand, für den ganzen Auftrag:

TeilTechnikSpanneÜblich
Miniatur 28 mmResin8 € – 23 €—
10 Miniaturen à 28 mmResin34 € – 92 €57 €
Büste 75 mmResin15 € – 40 €25 €
Figur 20 cmResin21 € – 55 €34 €
Kleines Ersatzteil (Halter, Clip)FDM6 € – 17 €10 €
Mittleres Gehäuse oder DeckelFDM7 € – 19 €12 €
Serie von 100 KleinteilenFDM219 € – 585 €365 €

Schau dir die Miniatur an: 8 € bis 23 €, fast das Dreifache für dasselbe Teil auf dem Papier. Das ist kein Zufall. Es hängt von der echten Größe ab, vom Stil (eine Figur mit vielen Überhängen braucht mehr Stützen und mehr Reinigung) und vom Finish, das der Kunde will.

Und schau dir die Serie an: Dieselbe Miniatur kostet nur noch 5,73 €, wenn zehn im selben Auftrag sind. Nicht weil du weniger Resin brauchst, sondern weil sich die halbe Stunde Vorbereitung auf zehn Teile verteilt statt auf eins.

Was Kunden zahlen
Kosten eines Teils mit dem Kostenrechner berechnen

Die drei Fehler, bei denen am Ende nichts übrig bleibt

Nach Gramm abrechnen

Fehler Nummer eins, abgeschaut davon, wie Material verkauft wird. Das Material macht 1 % aus. Wer nach Gramm abrechnet, berechnet den unwichtigen Posten und übersieht den, der den ganzen Tag frisst.

Die Nachbearbeitung nicht mitrechnen

Waschen, Aushärten, Stützen entfernen und die Ansatzstellen schleifen ist echte Arbeit und braucht Zeit. Wenn der Preis nur das Drücken auf „Drucken“ abdeckt, zahlst du den Rest selbst.

Eilaufträge zum normalen Preis annehmen

Ein Eilauftrag zwingt dich, die Warteschlange umzustellen und anzuhalten, was gerade läuft. Das hat Opportunitätskosten, und die stellst du in Rechnung. Üblich ist ein Aufschlag, wenn die Lieferzeit unter drei Tage fällt.

Günstiger werden, ohne Geld zu verlieren

Wenn der Kunde sagt, es sei zu teuer, gibt es drei Hebel, die den Preis senken, ohne dass du verlierst:

  • Bündeln. Mehrere Teile im selben Auftrag teilen sich Vorbereitung und Reinigung. Das ist der stärkste der drei Hebel.
  • Lieferzeit. Einen Auftrag ohne Eile kannst du in eine Lücke deiner Warteschlange schieben, und das kostet dich nichts. Die meisten echten Aufträge, die reinkommen, haben keine Eile: Dieser Hebel ist also fast immer da.
  • Finish. Das Rohteil mit Stützen ist das Günstigste, was du anbieten kannst. Und die meisten Kunden wollen es genau so, weil sie selbst bemalen.

Bevor du deinen ersten Auftrag abrechnest

Für eine Leistung Geld zu nehmen heißt, Rechnungen zu stellen, und wie das geht, hängt von deiner Situation und deinem Umsatz ab. Eine allgemeine Regel gibt es nicht: Sprich mit deinem Steuerberater vor dem ersten Auftrag, nicht nach dem zehnten.

Fang an, Aufträge zu bekommen

Wenn die Formel sitzt, fehlen nur noch Projekte, für die du ein Angebot machst. Bei Fabrishare stellen Kunden ihr Teil mit Datei, Maßen, Stückzahl und Termin ein, und du entscheidest, wofür du ein Angebot schickst und zu welchem Preis.

So funktioniert es für Maker

Fragen zum Preis eines Auftrags

Was verlange ich für eine 28-mm-Miniatur aus Resin?

Zwischen 8 € und 23 €, je nach echter Größe, Stil und Finish. Bei 10 Stück etwa 5,73 € pro Miniatur. Ohne MwSt. und Versand.

Warum kostet dasselbe Teil einmal dreimal so viel wie ein anderes Mal?

Weil sich nicht das Material ändert, sondern die Arbeit. Eine Figur mit vielen Überhängen braucht mehr Stützen, mehr Reinigung und hat ein höheres Fehldruck-Risiko als eine kompakte Figur gleicher Höhe.

Nach Gramm oder pro Teil abrechnen?

Pro Auftrag. Das Material macht 1 % der Kosten aus, ein Grammpreis berechnet also den falschen Posten. Kalkuliere die Kosten des ganzen Auftrags und schlag deinen Aufschlag drauf.

Welchen Aufschlag nehme ich?

Von ×1,5 als Hobby bis ×4 als Profi; üblich sind ×2,5 auf die Gesamtkosten. Unter ×1,5 deckst du deine Zeit nicht.

Wie viel Zeit kostet ein Auftrag wirklich?

Etwa 30 Minuten Handarbeit pro Auftrag beim Resin und etwa 15 beim FDM, plus ein paar Minuten für jedes weitere Teil. Die Druckzeit kommt dazu, dafür musst du aber nicht danebenstehen.

Lohnen sich Aufträge mit nur einem Teil?

Das hängt davon ab, wie schnell du einen kleinen Auftrag vorbereitest, denn die echten Kosten sind deine Zeit, nicht das Material. Kostet dich jeder Auftrag eine Stunde Handarbeit, lohnt es sich nicht. Schaffst du ihn in zwanzig Minuten, schon.

Was verlange ich fürs Bemalen?

Immer getrennt vom Druck. Das ist eine andere Arbeit, mit eigener Zeit und eigenem Können, und wer beides in einen Preis packt, bemalt am Ende umsonst.

Und wenn der Kunde keine Datei hat?

Das Modellieren wird getrennt vom Druck angeboten. Nenn zwei Zahlen: eine für die Datei und eine für den Druck. Das sind zwei Aufträge.